Pressestimmen

Ein Dorf feiert den Weltmeister

Geschrieben von RZ Mittelmosel - Thomas Schulte am .

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Müllenbach will den Feuerwerkern der Firma Steffes-Ollig auch ohne krachende Böller einen rauschenden Empfang bereiten

Zu besonderen Anlässen wie bei der Kirmes, zu Hochzeiten oder Jubiläen ist in "Arnolds' Gasthaus" immer etwas los. Doch was am Donnerstag ab 19 Uhr hier abgeht, dürfte alles in den Schatten stellen: Müllenbach erwartet seinen Weltmeister.

MÜLLENBACH. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde im 700-Seelen-Ort Müllenbach: "Wir sind Weltmeister". Wir - das ist eigentlich die Firma Steffes-Ollig, doch die Dorfgemeinschaft identifiziert sich mit dem Riesenerfolg des einheimischen Betriebes, der jetzt als Weltmeister der Feuerwerker aus Italien heimkehrte.

Die Böller-Experten aus Müllenbach hatten bei der WM in San Remo mit ihrem grandiosen Himmelsspektakel vor etwa 60 000 Zuschauern den Mitbewerbern aus Kanada, China und Italien regelrecht die Schau gestohlen.

Die Vorbereitungen zum Empfang der Eifeler Pyrotechniker laufen auf Hochtouren. Die Gemeinderäte Dieter Laux und Wolfgang Gilles machten sich ans Werk und entwarfen ein großes Transparent. Der Willkommensgruß prangt am Ortseingang: "Müllenbach grüßt den Feuerwerks-Weltmeister Helmut Reuter".

Für den neu gewählten Ortsbürgermeister Andreas Klotz (30) ist der Empfang am Donnerstagabend um 19 Uhr in "Arnold's Gasthaus" die erste große Amtshandlung: "Ein Weltmeister-Titel für einen kleinen Familienbetrieb ist doch eine tolle Sache. Die ganze Gemeinde freut sich und feiert mit."

Ganz spontan wurde die Feier organisiert. Der Musikverein unter der Leitung von Michael Schweizer probt schon für ein Ständchen. Komplett vertreten sind auch der Gemeinderat und die V ertreter der Ortsvereine.

Im Mittelpunkt steht selbstverständlich das Team des Weltmeisters mit Geschäftsführer Helmut Reuter an der Spitze. Bei der entscheidenden Vorführung in der romantischen Kulisse der Hafenanlagen von San Remo zeigten sich die Pyrotechniker in Topform und profitierten auch von ihrer reichen Erfahrung.

25 Minuten lang stieg ein Feuerwerk der Extraklasse in den Abendhimmel. 215 Bomben und Böller vom Kaliber 75 bis 300 Millimeter , zusammen 2,3 Tonnen an Feuerwerkskörpern, zeichneten ein Gesamtkunstwerk, das der international besetzten Jury vor allem wegen seiner optischen und akustischen Gliederung imponierte.

Helmut Reuter: "Einer der Höhepunkte war ein 300 Meter hoher und 200 Meter breiter Gold- und Silberregen". Die exakt berechnete und choreographisch abgestimmte Mischung aus Palmenbomben, Chrysanthemenbildern, römischen Lichtern und Blinkfontänen konnte keiner der Mitbewerber übertrumpfen. Rauschender Applaus auch von den tausenden von Zuschauern für diese einmalige "Effekthascherei" aus Farben, Formen und Figuren, gepaart mit lautstarkem Raketenknall, der nun einmal zu einem Feuerwerk gehört.

Der frisch gebackene Weltmeister aus der Eifel hat in der gesamten Welt einen guten Ruf. Schon als Vize-Weltmeister von 1998 und Weltmeister in der Sparte der Musikfeuerwerke (2002 in Kanada) gehörten die Müllenbacher Knall-Experten zum Favoritenkreis an der Blumenriviera in San Remo.

Doch das heißt keinesfalls, dass die Feuerwerker aus dem kleinen Eifelort abgehoben haben. Ihre wichtigsten Auftritte haben sie weiterhin in der heimischen Region. In den nächsten Wochen und Monaten gehen die Müllenbacher wieder auf Tournee zu zahlreichen Volks- und Heimatfesten : Bernkastel, Cochem, Bullay, Winningen, Andernach, Mayen sind fest gebucht.

Bevor jedoch wieder aus allen Rohren geschossen wird, ist die große Weltmeister-Feier im Dorfgasthaus in Müllenbach angesagt. Zu dem Anlass wäre doch eigentlich ein fulminantes Feuerwerk Marke Steffes-Ollig angebracht. "Diesmal nicht", lacht Firmenchef Helmut Reuter, "wir lassen es am Donnerstag auf andere Weise krachen".

Thomas Schulte

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